KI-Sichtbarkeit: Wie ChatGPT, Perplexity und Google Sie beschreiben

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Wie ChatGPT, Perplexity und Google Ihr Unternehmen beschreiben, lässt sich messen. Ein Selbstcheck mit 7 Fragen, den die Geschäftsleitung in 30 Minuten durchführen kann.

KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie ChatGPT, Perplexity und die KI-Funktionen der Google-Suche Ihr Unternehmen nennen, wenn Einkäufer nach Lösungen in Ihrem Markt fragen. Sie lässt sich nicht garantieren, aber messen: mit festen Einkäuferfragen, einem Protokoll der Antworten und einem Vergleich mit drei Wettbewerbern. Die wirksamsten Hebel liegen meist bei Ihnen selbst: klare eigene Seiten, eine konsistente Unternehmensbeschreibung, offener Crawler-Zugang und glaubwürdige Drittquellen.

Das Wichtigste in Kürze

Was bedeutet KI-Sichtbarkeit für ein B2B-Unternehmen?

KI-Sichtbarkeit ist die Frage, ob ein KI-Assistent Ihr Unternehmen nennt, wenn ein Einkäufer ihm eine Frage zu Ihrem Markt stellt, und ob das Gesagte stimmt. Gemeint sind vor allem ChatGPT, Perplexity sowie die KI-Übersichten und der KI-Modus in der Google-Suche.

Für ein B2B-Unternehmen im Mittelstand geht es um drei Dinge. Werden wir in der Antwort genannt? Wird unser Angebot richtig beschrieben? Und auf welche Quellen stützt sich der Assistent?

Klassisches SEO misst Rankings und Klicks. KI-Sichtbarkeit misst, wie Ihr Unternehmen in einer formulierten Antwort vorkommt, oft bevor jemand Ihre Website überhaupt besucht.

Warum gehört KI-Sichtbarkeit auf die Agenda der Geschäftsleitung?

Weil sich die erste Recherche verschiebt. Das Pew Research Center hat das Surfverhalten von 900 Erwachsenen in den USA im März 2025 ausgewertet. 18 Prozent der untersuchten Google-Suchen zeigten eine KI-Zusammenfassung.

Wer eine solche Zusammenfassung sah, klickte nur bei 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Suchergebnis. Ohne Zusammenfassung waren es 15 Prozent. Auf einen Link in der Zusammenfassung selbst wurde bei nur 1 Prozent der Besuche geklickt.

Die Daten stammen aus den USA und beschreiben das Verhalten von Privatpersonen, nicht den B2B-Einkauf in der DACH-Region. Die Richtung ist trotzdem klar: Ein Teil der Meinungsbildung passiert in der Antwort selbst. Fehlt Ihr Unternehmen dort oder wird es falsch beschrieben, sehen Sie das nicht in der Webanalyse, sondern höchstens an einer kürzeren Shortlist.

Deshalb ist KI-Sichtbarkeit kein reines Marketingthema. Die Positionierung, die korrekten Unternehmensfakten und die Freigabe von Aussagen liegen bei der Geschäftsleitung.

Wie entscheiden ChatGPT, Perplexity und Google, wen sie nennen?

Keiner der Anbieter legt seine Auswahl im Detail offen. Was dokumentiert ist, reicht aber für die wichtigsten Grundregeln.

Dazu kommt die Forschung. Die Studie "GEO: Generative Engine Optimization" von Aggarwal und Kollegen, im November 2023 auf arXiv veröffentlicht und im Tagungsband der KDD 2024 erschienen, hat den Begriff eingeführt. Sie zeigt, dass gezielte Inhaltsänderungen die Sichtbarkeit in generierten Antworten um bis zu 40 Prozent erhöhen können.

Gut schnitten Inhalte ab, die Quellen zitieren, Zitate aufnehmen und belegte Zahlen enthalten. Klassisches Keyword-Stuffing schnitt dagegen schlecht ab, und die Wirkung variierte je nach Themengebiet. Die praktische Folge: Wer klar, belegt und konsistent über sich schreibt und an glaubwürdigen Orten erwähnt wird, hat bessere Chancen. Eine Garantie ist das nicht.

Wie lässt sich KI-Sichtbarkeit messen? Der Selbstcheck in 30 Minuten

Der folgende Selbstcheck ist für eine Sitzung der Geschäftsleitung oder der Marketingleitung gedacht. Sie brauchen einen Laptop, eine einfache Tabelle und die Namen von drei Wettbewerbern, gegen die Sie tatsächlich Aufträge gewinnen oder verlieren.

Stellen Sie die Fragen jeweils in einem neuen Chat und, wo möglich, ohne angemeldetes Konto, damit frühere Gespräche die Antworten nicht färben. Pro Zeile Ihrer Tabelle halten Sie fest: Datum, Assistent, Frage, genannt ja oder nein, Position, Wortlaut, Fehler und zitierte Quellen.

1. Welche Fragen stellen Ihre Einkäufer?

Formulieren Sie fünf Fragen so, wie ein Einkäufer sie stellen würde, nicht so, wie Ihr Marketing sie formulieren würde. Eine Mischung aus fünf Typen deckt die wichtigsten Situationen ab:

Stellen Sie jede Frage in ChatGPT, in Perplexity und in der Google-Suche, wo eine KI-Übersicht oder der KI-Modus angezeigt wird. Verkaufen Sie auch in Deutschland, Österreich oder den USA, wiederholen Sie die wichtigsten Fragen mit dem jeweiligen Markt und auf Englisch.

2. Werden Sie genannt, und an welcher Stelle?

Notieren Sie pro Frage und Assistent, ob Ihr Unternehmen vorkommt, an welcher Position und mit welchem Wortlaut. Kopieren Sie den relevanten Satz wörtlich in die Tabelle. Eine Erwähnung am Ende einer langen Liste wiegt weniger als eine Empfehlung im ersten Absatz.

3. Stimmt, was über Sie gesagt wird?

Prüfen Sie die Fakten: Standort, Angebot, Zielbranchen, Grösse, Gründungsjahr, Eigentümer und Referenzen. Markieren Sie jeden Fehler und jede veraltete Angabe. Falsche Fakten sind oft ein Hinweis darauf, dass sich der Assistent auf alte oder fremde Quellen stützt.

4. Welche Quellen werden zitiert?

Perplexity und die KI-Funktionen von Google zeigen ihre Quellen in der Regel direkt an, die Suche in ChatGPT ebenfalls. Notieren Sie, ob Ihre eigenen Seiten zitiert werden oder ob Branchenportale, Verzeichnisse, Medienartikel, Bewertungsplattformen oder Wettbewerber über Sie sprechen. Diese Liste wird später zu Ihrer Arbeitsliste für Drittquellen.

5. Wie schneiden Ihre drei Wettbewerber ab?

Werten Sie dieselben Antworten für Ihre drei Wettbewerber gleich aus. Zählen Sie, wie oft jedes Unternehmen genannt wird, und mit welchen Eigenschaften es beschrieben wird.

Interessant ist weniger, wer öfter vorkommt, sondern warum. Welche Quellen zitieren den Wettbewerber, die Sie nicht zitieren? Welche Frage beantwortet seine Website direkt, Ihre aber nicht?

6. Können die Crawler Ihre Seiten lesen?

Lassen Sie Ihre Webverantwortlichen die robots.txt prüfen. Wird OAI-SearchBot ausgeschlossen, erscheint Ihre Website laut OpenAI nicht in ChatGPT-Suchantworten. Wird PerplexityBot blockiert, fehlt Perplexity die Grundlage, Sie zu verlinken.

Für Google gelten die normalen Regeln der Suche. Seiten, die nicht indexiert sind oder kein Snippet zeigen dürfen, etwa wegen noindex oder nosnippet, kommen als Quelle für KI-Übersichten nicht in Frage. Prüfen Sie auch, ob wichtige Inhalte nur in Bildern, hinter Logins oder in Formularen stehen.

7. Was beheben Sie zuerst?

Ordnen Sie die Befunde in fünf Bereiche. Ein blockierter Crawler geht immer vor, weil sonst keine andere Massnahme greift. Danach hat sich diese Reihenfolge bewährt:

Was ist Generative Engine Optimization, und braucht es eine GEO-Agentur?

Generative Engine Optimization, kurz GEO, ist der Fachbegriff für die Arbeit, die aus dem Selbstcheck folgt: Inhalte, Unternehmensfakten und Quellenlage so gestalten, dass generative Suchsysteme Ihr Unternehmen korrekt und häufiger nennen. GEO ersetzt SEO nicht. Google selbst hält fest, dass für seine KI-Funktionen die bekannten Grundlagen der Suche gelten.

Ob Sie eine GEO-Agentur brauchen, hängt davon ab, was der Selbstcheck zeigt. Fehlen nur einzelne Seiten oder ist ein Crawler blockiert, kann Ihr Team das selbst lösen. Wird Ihr Unternehmen systematisch falsch beschrieben oder dominieren Wettbewerber die Quellen, lohnt sich externe Unterstützung für Audit, Seitenarbeit, Drittquellen und regelmässiges Tracking.

Zwei Dinge sollten Sie dabei nicht abgeben: die Positionierung und die Freigabe der Fakten. Seien Sie vorsichtig bei Anbietern, die Nennungen in ChatGPT oder Perplexity garantieren. Das kann niemand, weil die Antworten vom Modell, vom Suchindex und von der genauen Frage abhängen.

Wie oft sollten Sie KI-Sichtbarkeit messen?

KI-Antworten schwanken. Dieselbe Frage kann heute einen anderen Anbieter nennen als nächste Woche. Einzelne Stichproben sagen deshalb wenig.

Aussagekräftig wird die Messung, wenn Sie dieselben Fragen in denselben Assistenten in festen Abständen wiederholen, zum Beispiel monatlich, und die Entwicklung gegen Ihre Wettbewerber verfolgen. Bei Vias Digital ist diese monatliche Beobachtung der KI-Antworten Teil des Market & Competitive Intelligence Briefs.

GEO beginnt bei uns immer bei der Positionierung. Erst wenn klar ist, wofür Ihr Unternehmen stehen soll, lohnt es sich, Seiten und Quellen darauf auszurichten.

Wie geht es nach dem Selbstcheck weiter?

Wenn Sie den Selbstcheck gemacht haben und wissen möchten, was die Befunde für Ihre Prioritäten bedeuten, finden Sie auf unserer Seite zur KI-Sichtbarkeit unser Vorgehen. Zeigt der Check, dass Ihre Positionierung selbst noch unscharf ist, beginnen Sie bei der Markenstrategie.

Häufige Fragen

Was ist KI-Sichtbarkeit?

KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder die KI-Übersichten von Google Ihr Unternehmen nennen, wenn jemand nach Ihrem Markt fragt. Dazu gehören drei Punkte: ob Sie genannt werden, ob die Fakten stimmen und welche Quellen die Antwort stützen.

Kann eine Agentur Nennungen in ChatGPT oder Perplexity garantieren?

Nein. Die Antworten hängen vom Modell, vom Suchindex dahinter und von der genauen Frage ab und verändern sich laufend. Selbst Google hält fest, dass die Erfüllung aller Anforderungen keine Anzeige garantiert. Seriöse Anbieter garantieren ein sauberes Vorgehen und transparente Berichte, keine Platzierungen.

Brauchen wir ein spezielles Markup oder eine eigene KI-Datei auf der Website?

Für Google nicht. Laut Google Search Central sind für KI-Übersichten und den KI-Modus weder neue maschinenlesbare Dateien noch spezielles schema.org-Markup nötig. Sinnvoll bleibt Organization-Markup auf der Startseite, weil es Google hilft, Ihr Unternehmen eindeutig zu erkennen.

Wie unterscheiden sich SEO und Generative Engine Optimization?

SEO zielt auf Rankings und Klicks in der klassischen Suche. Generative Engine Optimization zielt darauf, in generierten Antworten korrekt genannt und zitiert zu werden. GEO baut auf technischem SEO auf und ergänzt es um die Fragen, wie Ihr Unternehmen beschrieben wird, von welchen Quellen und im Vergleich zu wem.

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Quellen

  1. AI features and your website, Google Search Central (last updated 2025-12-10)
  2. Organization (Organization) structured data, Google Search Central (last updated 2026-09-08)
  3. Overview of OpenAI Crawlers, OpenAI
  4. Perplexity Crawlers, Perplexity
  5. GEO: Generative Engine Optimization (arXiv:2311.09735, KDD 2024), Aggarwal et al., arXiv (submitted 2023-11-16, v3 2024-06-28)
  6. Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results, Pew Research Center (2025-07-22)

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Von Raluca Baciu, Vias Digital, Zürich. Mehr in unseren Beiträgen und in der Musterausgabe.

Über die Autorin

Raluca Baciu, Gründerin, Vias Digital

Raluca Baciu ist Gründerin von Vias Digital in Zürich. Sie bringt rund 15 Jahre Erfahrung in europäischer Healthtech- und B2B-Kommunikation mit und verantwortet die Markt- und Wettbewerbsbeobachtung für Geschäftsleitungen in der DACH-Region und in den USA.

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